INNENARCHITEKTUR • AUSSTELLUNGSDESIGN
SCHLAF
Eine Erlebnisausstellung in die Tiefen des Schlafes
Rolle
Innenarchitektur M.A.
Aufgabe
Erarbeitung einer Erlebnisausstellung in die Tiefen des Schlafes
Leistungsphasen 01 - 03, anteilig 05
Zeitraum & Rahmen
03 - 07 2020:
Masterarbeit, an der HAWK - Hochschule für angewandte Künste in Hildesheim
Tools
Vectorworks, Adobe Creative Suite
Herausforderung
Der ständige gesellschaftliche Leistungsdruck lässt Millionen Deutsche nicht mehr zur Ruhe kommen. Obwohl Schlaf ein Drittel unseres Lebens ausmacht und für die Regeneration entscheidend ist, leiden viele unter Schlafproblemen – mit gravierenden Folgen wie schweren Unfällen und langfristigen Gesundheitsschäden. Gesucht wurde daher eine präventive, erlebbare Lösung, die Wissen mit Emotion verbindet.
Konzept
Horizontale Erlebniswelten
Die Ausstellung folgt einer klaren horizontalen Zonierung von hell zu dunkel. Neun thematische Bereiche führen den Besucher auf einer intuitiven Reise durch die Tiefen des Schlafes – von der sanften Einführung bis zum motivierenden Abschied.
Multisensuale Entdeckertour
Wissen aus Somnologie, Psychologie, Geschichte und Medizin wird mit interaktiven, multisensorischen Erlebnissen verknüpft. Besucher hören, fühlen, riechen und erleben den Schlaf aktiv – nicht nur theoretisch, sondern körperlich spürbar.
Vom Wissen zum Erleben
Der Besucher wird selbst zum Protagonisten: Er analysiert seinen eigenen Schlaf, erkundet historische Schlafkulturen, testet seine innere Uhr und taucht in Traumwelten ein. So wird komplexes Wissen greifbar und persönlich relevant.
Prävention mit Unterhaltung
Die Ausstellung macht Schlafhygiene unterhaltsam und motivierend. Am Ende geht jeder Besucher als Experte seines eigenen Schlafes nach Hause – mit praktischen Tools und dem Wunsch, seinen Alltag schlaffreundlicher zu gestalten.
Entwurf & Visualisierung
Die Gestaltung verwandelt die 700 m² große Ausstellungsfläche in eine atmosphärisch wohlige und entspannende Umgebung. Mit zunehmender Raumtiefe nimmt die Dunkelheit zu – ein Leitmotiv, das den Weg in die Tiefen des Schlafes symbolisiert. Jeder der neun Bereiche hat eine eigene charakteristische Inszenierung: von der sanften „Gute Nacht"-Einführung über den dunklen Irrgarten der Schlafprobleme bis hin zum hellen „Guten Morgen"-Abschluss mit Lichtsimulation und Duft von Kaffee und Tee. Die finalen Renderings zeigen die immersive Kraft der Ausstellung: fließende Formen, interaktive Exponate wie überdimensionale Schlafmützen, der gläserne Mensch und die große Waage der Schlafhygiene.
Ergebnisse & Erkenntnisse
Neuer lebendiger Treffpunkt
Die Ausstellung schafft einen Ort, an dem Menschen aller Altersgruppen und Lebensstile zusammenkommen und gemeinsam über Schlaf sprechen – ein sozialer Raum, der Isolation durchbricht und Bewusstsein weckt.
Respektvolle Transformation
Aus einer reinen Informationsvermittlung wurde eine emotionale Erlebnisreise. Die historische Bausubstanz des Gebäudes wird sensibel genutzt und mit moderner Gestaltung verbunden – ein gelungener Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Nachhaltiger Mehrwert
Besucher verlassen die Ausstellung nicht nur informiert, sondern verändert. Sie nehmen praktische Tools, neue Routinen und ein besseres Verständnis für ihren eigenen Schlaf mit – ein spürbarer Beitrag zur gesellschaftlichen Gesundheitsprävention.
Die Ausstellung „Schlaf“ beweist: Mit sensibler Innenarchitektur kann man aus einem gesellschaftlichen Problem einen inspirierenden, lebendigen Ort schaffen – der nicht nur Wissen vermittelt, sondern Gemeinschaft bereichert und Menschen zu einem gesünderen Leben motiviert.